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Ein Sommergruß

  Ja, ich höre schon die Kritik der echten Profis: "Das ist doch kein Bonsai! Welche Form soll das denn sein und der ist doch gar nicht richtig geschnitten. Die Schale ist wohl rund, weil du dich nicht für eine Vorderseite entscheiden kannst" ... usw. Macht mir Alles nichts. Ich freue mich einfach an dieser Pflanze - und JA - ich habe selbstverständlich eine klare Gestaltungsidee. War Ihr hier sehen könnt, ist auch nicht die Vorderseite, die ich mir vorstelle, sondern einfach nur ein Farbklecks von dem Bildhintergrund, der mir gut gefällt. Das Bäumchen hat eine Geschichte. Vermutlich haben auch bei Euch viele Bäumchen eine solche Geschichte. Es gibt da den netten Nachbarn, der zwar zwei Daumen hat, aber keiner davon ist grün. Egal. Eines schönen Tages begegnen wir uns bei der Gartenzaunkonferenz, weil er etwas zu einer Päonie wissen will, die ich ihm mal über den Zaun gereicht habe. Dabei sehe ich einiges Gehölz auf einem Haufen vergammeln. "Das liegt schon seit 2 Wochen
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Baumscheiben - selbst gemacht: Eine Ergänzung von Jürgen Carocci

Liebe Bonsaifreunde: Es freut mich sehr, dass es eine schöne Ergänzung zum Thema Baumscheiben von Jürgen Carocci gibt. Er hat sich schon vor längerer Zeit damit beschäftigt und schreibt uns: "Ich wollte das mit den Holzscheiben kommentieren / ergänzen: Ich habe mal vor ein paar Jahren einige schöne sogenannte Schwartenbretter erhalten. Die habe ich nachgeschliffen, dann mit einer dunklen Beize behandelt und danach mindestens 3-4 mal mit Schellack gestrichen. Das gibt eine wunderbare glatte Oberfläche die leicht matt ist. Ist allerdings nur bedingt wasserfest, aber es gibt nur Flecken, die man mit Möbelpolitur oder erneutem streichen mit Schellack wieder weg bekommt.  Schellack ist ja ein „Naturprodukt“ das sehr viel Anwendung im Instrumentenbau findet." Danke, lieber Jürgen - wirklich ein großartiges Ergebnis. Sein Foto zeigt eine Qualität, die ich mit Haselnuss bzw. Birke nicht erzielen konnte. Jetzt probiere ich mal den Schellack aus. Offenbar braucht es eben doch 3 - 4 An

Baumscheiben - selbst gemacht

Bericht über einige Versuche Sieht man auf Ausstellungen oder im Web professionell hergestellte Baumscheiben zur Präsentation von Bonsai und Kusamono, dann schaut man ganz verwundert auf die Preisschilder. Da eine Baumscheibe von nur einer Größe für Präsentationen selten ausreicht, und man immer die falsche Größe vorrätig hat, geht der Spaß ganz schön ins Geld. Der engagierte Bastler fragt sich: „Kann ich das nicht selbst machen?“ Kritisch fragt man sich vielleicht auch noch: „Sehen mir die professionell hergestellten Baumscheiben nicht doch wie ein Industrieprodukt aus? So wunderschön glatt poliert, so gleichmäßig, fast schon unnatürlich perfekt?“ Ein Produkt, das man für einen guten Preis verkaufen möchte, muss vielleicht so perfekt aussehen, damit es gekauft wird. Die Frage ist doch, was du möchtest? Mir stand jedenfalls der Sinn nach DIY.   Und das war mein Programm: 1. Versuche mit unterschiedlichen Holzarten 2. Verschiedene Oberflächenbehandlungen ausprobieren. Wie verhält sich e

Der 5. Stamm

[Jürgen Carocci] Bei mir im Garten wächst seit vielen Jahren eine Feldulme, die regelmäßig Wurzelschösslinge produziert, die im nahen Umkreis der Ulme aus dem Boden wachsen. Viele dieser Schösslinge stehen an so ungünstigen Stellen, dass sie entfernt werden müssen. Da man ja als Bonsaianer Probleme damit hat, etwas Grünes weg zu werfen, sind viele dieser Schösslinge in Anzuchttöpfen gelandet.  < [Foto: Die fertige Ulme, jetzt mit fünf Stämmen] Aus vier dieser Schösslinge habe ich vor ein paar Jahren eine Gruppe zusammengepflanzt.  Die Idee dazu kam mir auf der täglichen Fahrt zur Arbeit, bei der ich an einem Mehrfachstamm vorbei komme.  Die fertige Gestaltung (oben) ähnelt ihrem Beispiel aus der Natur . Die meisten von Euch werden jetzt denken: „Vier Stämme?“ Richtig. Auch ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass 4 Stämme gar nicht gehen. Also muß ein 5. Stamm her. Wer schon einmal versucht, einen zusätzlichen Stamm nahe am Wurzelansatz der anderen Stämme einzupflanzen, weis um die

Stecklinge für Bonsai vermehren

Beim Beschnitt unserer Bäumchen bleiben kleine oder größere Pflanzenteile übrig, die sich als Stecklinge eignen. Nun bekomme ich immer wieder Anfragen von Bonsaifreunden, die Schwierigkeiten damit haben. Daher biete ich hier Infos und eine  Checkliste an. Warum überhaupt Stecklinge ziehen? Stecklinge bieten einige Vorteile, die man bei Aufzucht durch Samen ("Misho") nicht hat. So sind Stecklinge in jedem Fall 100% genetisch mit der Mutterpflanze identisch. Das kann wichtig sein, wenn man z.B. eine Waldpflanzung anlegen möchte. Zum anderen sind Stecklinge im Wachstumsfortschritt den aus Samen angezogenen Pflanzen regelmässig um 1 - 2 Jahre voraus. Ein Steckling - so meine Erfahrung - ist auch weniger anfällig bei Streß (Wasser fehlt, zu viel Sonne etc.), als ein gleich großer Sämling. Also präferiere ich Stecklinge, wo immer es möglich ist. Die Checkliste - darauf solltest Du unbedingt achten: 1. Substrat:  Es muss gut durchlässig sein, weil Staunässe den Steckling absterben l

Was ist Stresslaub und wie wirst du es wieder los?

       Stresslaub kommt am Wacholder vor und zwar bei den Arten mit schuppigem Laub, wie z.B. dem chinesischen Wacholder und seinen Varietäten. Das sog. "Stresslaub" zeigt an, dass der Baum mit seinen Lebensbedingungen unzufrieden ist, dass er "Stress hat". Das Laub wird stachelig, ganz so wie z.B. bei einem Igelwacholder. Als ich vor einem Jahr meinen chinesischen Wacholder mit unseren Workshop nahm, gingen die Meinungen etwas auseinander. Einige Bonsaifreunde rieten mir, das stachelige Laub zu entfernen - aber das hätte eine nahezu komplette "Rasur" erfordert. Das war mir dann doch zu invasiv. Andere meinten, das sei vielleicht doch ein Igelwacholder und daher ganz normal. Danach hatte ich Gelegenheit, mit einem Bonsaiprofi zu sprechen, der diese Pflanzen aus deren Heimatland kennt. Seine Auskunft dazu (sinngemäss): "Wenn die Pflanzen aus Fernost importiert werden, bildet sich in unserem Klima fast immer dieses Stresslaub. Man kann das nicht verhind

Bonsai und Moos - eine perfekte Kombination

Was gibt es schöneres, als einen weichen Moosteppich unter dem Bäumchen, der anmutige Polster bildet und dabei noch Wasser speichert? Ein Bonsaiprofi sagt mir: " Japanische Meister  empfinden den blanken Boden als unschön." Anmutiges Moos ist als Bedeckung ideal. Der Stammansatz bleibt frei - also nicht so, wie auf dem folgenden Foto zu sehen. Da wuchs das Moos schneller, als gedacht. Welche der rund 16.000 Moosarten mag wohl optimal sein? Klar ist: Sternmoos und Lebermoos gehören sicherlich nicht dazu. Was wir als Moos kennen, kann ganz unterschiedlich ausschauen: Wie kommt Moos unter den Baum? Moos sammeln ist am einfachsten. Eine Spachtel reicht, um es z.B. von Steinen zu lösen. Das geht ganz leicht, denn Moos wird nicht über seine Haltewurzeln versorgt. Jeder Brösel kann verwendet werden, denn dieser muntere Über r lebenskünstler braucht viel Feuchtigkeit (≥ 80% sind optimal) und wenig Licht. Er wächst auf fast jedem Granulat und fast allen Oberflächen. Damit das Moos noc