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Miniermotte eindämmen

Schadbild durch Miniermotte

Wer die Roßkastanie (Aesculus hippocastanum) in seiner Sammlung pflegt, der kennt sicherlich auch den Plagegeist namens "Miniermotte". Der Schädling macht seinem Namen alle Ehre, denn tatsächlich werden die Blätter "miniert", sind regelrecht mit haarfeinen Fraßgängen durchzogen. Interessant, wie verschiedene Bonsai, alle von der gleichen Mutterpflanze abstammend, darauf reagieren.

Meine älteste Roßkastanie (37 J alt), war zusätzlich durch Blattschneiderwespen geschädigt. Dann kam die gefräßige Miniermotte und nun habe ich alle Blätter am Stiel entfernt und in die Restmülltonne entsorgt

Ganz anders macht es dieser muntere Kerl. Er hatte das gleiche Schadbild. Nur reagierte er ganz anders: Er warf nach und nach alle befallenen Blätter ab und überlies es mir, sie zügig ein zu sammeln und zu entsorgen. Ganz interessant: Er warf erst mal nur die Blätter ab und ließ die Stiele stehen, ganz so, wie ein sensibler Bonsai-Freund beim Blattschnitt vorgeht: Die Stiele bleiben dran. Sie fallen spätestens im Herbst von selbst ab. Auf dem Foto erkennt man die nackten Blattstiele.

Anschließend trieb er noch mal kräftig durch, was mit ein paar Extragaben von organischem Bokaschi-Dünger unterstützt wurde. Offenbar war das die richtige Vorgehensweise. Dieser Baum hat sich erfolgreich gewehrt. Ich bin gespannt, wie das nächste Jahr für ihn ablaufen wird. Er ist seiner Schale längst entwachsen und wird im zeitigen Frühjahr umgetopft.

Ade Miniermotte !

Wenn´s so einfach wäre ... Sie ist unglaublich hartnäckig und ein echter Überlebenskünstler.

Befallene Blätter absammeln und über die Restmülltonne entsorgen. Das ist ein einfacher, wirkungsvoller Weg, um die Population dieses Schädlings zu reduzieren. Es wird nie ein 100%-Ergebnis erzielt. Schon deswegen, weil die Roßkastanie als beliebter Baum im öffentlichen Raum überall vorkommt - und damit der Schädling, der sich auch noch in den feinsten Unebenheiten der Borke versteckt und dort überwintert.

Wer Tod und Teufel, Pest und Cholera nicht fürchtet, kann auch zu härteren Keulen greifen, wenn wirklich nichts mehr helfen will. Ein Beitrag aus "Gartenpraxis" geht darauf ein: Gartenpraxis zur Miniermotte 

Die Scharlach-Rosskastanie (Aesculus x carnea "Briotii") soll weitgehend resistent gegen die Miniermotte sein und ist deswegen immer häufiger in Parks zu finden. 

In unserem Nachbarort gibt es eine Allee mit diesen Bäumen - ja tatsächlich, dort sind nur ein paar Sommerschäden zu sehen. Vielleicht liegt darin die Zukunft.

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